Casino-Lizenzen erklärt: Curaçao, Malta, Anjouan und Co.
Fast jedes Online-Casino zeigt im Footer eine Lizenz. Was sie wert ist, hängt von der ausstellenden Behörde ab und davon, ob sie sich überhaupt bestätigen lässt. Ein Überblick über die Aufsichten, die bei Offshore-Casinos am häufigsten auftauchen.
Curaçao: neues Recht seit Dezember 2024
Curaçao war lange das Land der Sublizenzen. Einige wenige Masterlizenznehmer vergaben Unterlizenzen an Casinos, oft mit Nummern wie „8048/JAZ“ oder „1668/JAZ“. Seit dem 24.12.2024 gilt dort das neue Glücksspielgesetz LOK (Landsverordening op de kansspelen). Lizenzen vergibt seitdem direkt die Curaçao Gaming Authority (CGA), und jeder Betreiber muss eine eigene Lizenz beantragen.
Neue Lizenzen tragen Nummern im Format „OGL/Jahr/…“. Zu jeder Lizenz gibt es ein Zertifikat auf der Seite der CGA, das den Status und die zugelassenen Domains zeigt. Ältere Angaben im Footer, die noch auf das alte System verweisen, solltest du genauer ansehen.
Anjouan und Tobique
Anjouan ist eine Insel der Komoren. Die dortige Lizenz ist in den letzten Jahren bei Offshore-Casinos häufig geworden. Die Nummern beginnen mit „ALSI-“, und ein öffentliches Lizenzregister listet Betreiber, Gültigkeit und die abgedeckten Domains.
Die Tobique Gaming Commission sitzt in der Tobique First Nation in New Brunswick, Kanada. Sie arbeitet mit einem Validator: Das Casino bindet ein Siegel ein, das auf eine Prüfseite mit Firmenname, Domain und Status führt. Ohne den Link aus dem Siegel ist das Ergebnis oft nicht aussagekräftig.
Kahnawake und Malta
Die Kahnawake Gaming Commission sitzt im Mohawk-Gebiet Kahnawà:ke bei Montreal. Ihre öffentliche Liste nennt Betreiber und Webadresse, aber keine Lizenznummern. Eine Nummer aus den AGB lässt sich dort also nicht direkt abgleichen, nur der Firmenname mit der Domain.
Die Malta Gaming Authority (MGA) ist eine Behörde in einem EU-Mitgliedstaat und betreibt ein durchsuchbares Register. Viele MGA-Casinos zeigen ein dynamisches Siegel, das auf den Registereintrag mit allen zugelassenen Webseiten verweist. Auch eine MGA-Lizenz ersetzt in Deutschland aber nicht die Erlaubnis der GGL.
GGL und ANJ: was in Deutschland und Frankreich gilt
In Deutschland erteilt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale) die Erlaubnisse für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Sportwetten. Erlaubte Anbieter stehen auf ihrer öffentlichen Whitelist. Ein Casino, das dort fehlt, hat keine deutsche Erlaubnis, egal welche ausländische Lizenz es vorweist.
In Frankreich ist die Autorité nationale des jeux (ANJ) zuständig. Sie lässt online nur Sportwetten, Pferdewetten und Poker zu. Online-Casinospiele wie Slots, Roulette oder Blackjack sind in Frankreich nicht zulassungsfähig. Ein Online-Casino mit „ANJ-Lizenz“ gibt es daher nicht.
So prüfst du eine Lizenz selbst
Die Prüfung dauert meist nur wenige Minuten:
- Lizenznummer und Firmennamen aus Footer und AGB notieren
- das Register oder den Validator der genannten Behörde direkt aufrufen, nicht über einen Link des Casinos
- prüfen, ob die exakte Domain im Eintrag steht, nicht nur der Markenname
- Gültigkeit und Status ansehen, etwa „Valid“, „Active“ oder ein Ablaufdatum
- beim Siegel kontrollieren, ob der Link wirklich zur Seite der Behörde führt
- bei deutschen Angeboten zusätzlich die GGL-Whitelist prüfen
Beispiele aus unserer Recherche
Wie groß der Abstand zwischen Footer und Register sein kann, zeigen einige Fälle, die wir im Oktober 2026 nachgeschlagen haben.
Dazard zeigt im Footer eine Lizenz der Tobique Gaming Commission mit der Nummer 0000002. Im Anjouan-Register steht der Betreiber Novatrix SRL mit der Lizenz ALSI-202508056-FI2, gültig bis 24.08.2027. Dort ist allerdings dazard.com eingetragen, nicht dazard.io.
Bei Playamo nennt die About-Seite eine Anjouan-Lizenz, das Anjouan-Register führt playamo.com aber nicht. Footer und AGB nennen dagegen Kika Technology B.V. mit der CGA-Lizenz OGL/2023/147/0081, und das CGA-Zertifikat zeigt den Status „Active“. Besucher aus Deutschland sahen wiederum einen anderen Betreiber mit einer Tobique-Lizenz.
Lucky Block führt die Tobique-Lizenz 0000111, und der Validator bestätigte sie als gültig. Ein älteres Anjouan-Siegel derselben Seite war dagegen ungültig. Bei Boomerang lädt der Seitencode ein Anjouan-Siegel, die Domain fand sich aber unter keinem der 1.280 Einträge im Anjouan-Register.
Eine Lizenz sagt nichts darüber, wie ein Casino mit Auszahlungen umgeht. Sie zeigt nur, wer zuständig ist, wenn etwas schiefläuft. Ist sie nicht auffindbar, gibt es diesen Ansprechpartner womöglich gar nicht.